Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst

Hospiz- und PalliativberatungsdienstUnter dem Motto „Für ein würdevolles Leben bis zuletzt" haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Schwerkranke, Sterbende und ihre Familien zu begleiten.

Diesen Dienst leisten wir

  • kostenlos
  • für erwachsene Menschen aller Altersgruppen
  • unabhängig von ihrer Konfessionszugehörigkeit

Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst orientiert sich in seiner Arbeit an christlichen Grundwerten und spricht sich ausdrücklich gegen aktive Sterbehilfe aus.

Über uns

Wir sind ein Team von gut ausgebildeten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Ehrenamtliche Mitarbeit unter hauptamtlichen Koordination ist möglich

  • in der Begleitung Schwerkranker und Sterbender und ihrer Angehörigen
  • in der Beratungstätigkeit zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten
  • in Telefonbereitschaften
  • in der Öffentlichkeitsarbeit
  • in Bürotätigkeiten

Verbindlich nehmen wir an monatlichen Gruppenabenden und Supervisionen teil.

Angebote

Ambulanter Hospiz- und PalliativberatungsdienstWir kommen zu Ihnen und schenken Zeit

  • im Zuhören
  • in Gesprächen über das, worüber Sie sprechen möchten
  • im gemeinsamen Schweigen
  • im Aushalten Ihrer Trauer
  • als Mit-Suchende nach Antworten auf die Frage

„Warum ich?"

  • im Erspüren dessen, was Ihnen gut tut
  • in kleinen Hilfestellungen wie Anreichen von Essen und Trinken
  • in gemeinsamen Spaziergängen
  • im Dasein, wenn Ihre Angehörigen Entlastung oder Zeit für sich brauchen
  • in der Regelung letzter Dinge

Veranstaltungen

 Samstag, 20. Februar 2016

Unsichtbare Wunden - die Kinder des zweiten Weltkrieges in Pflege und Begleitung

 Inhouse-Schulung für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Trauer / Trauergruppe

Trauergruppe – Gesprächskreis für trauernde Angehörige

Wir leben in einer Kultur, in der Trauer kaum Platz hat. Es ist nicht erwünscht, dass Hinterbliebene offen ihren Schmerz zeigen – und schon gar nicht über einen längeren Zeitraum.

Wo ist der Ort, wo sind Menschen, die mir Raum und Zeit für das Unaussprechliche, meine Tränen, aber auch Hoffnung und Zuversicht geben?

Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst im Diakonischen Werk Neuss bietet Frauen und Männern, die einen nahe stehenden Menschen verloren haben, die Möglichkeit an einem Trauergesprächskreis teilzunehmen.

Im Vorfeld der wöchentlichen Treffen über 8 Abende laden die Trauerbegleiter Brigitte und Hartmut Fischer zu einem

Informationsabend am Dienstag, 07.02.2017, um 18.00 Uhr

in die Reha-Ambulanz des Diak. Werks Neusser Weye 85, 41462 Neuss ein.

8 x dienstags, ab 14.02.2017 18.00 Uhr.

Das Angebot ist kostenfrei.

Um Anmeldung wird gebeten.

Cornelia Steiner, Armgard Paulus, Koordinatorinnen Hospizdienst

Tel.: 02131/ 75 45 74

E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Trauer-Einzelgespräche

Wünschen Sie Einzelgespräche, um mit einem Trauerbegleiter den Verlust eines Angehörigen zu bewältigen, melden Sie sich bitte im Hospizbüro:

Cornelia Steiner, Armgard Paulus
(Koordinatorinnen)

Tel.: 02131 - 75 45 74

 

Ehrenamt

Vorbereitungsseminar zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst

Die Aufgabe des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes im Diakonischen Werk Neuss ist es, kranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen zu Hause und in den Einrichtungen der Altenhilfe zu begleiten und zu unterstützen. Das geschieht ehrenamtlich und gut vorbereitet.

Unser Grundseminar bietet interessierten Frauen und Männern ab 25 Jahren Orientierung zu den persönlichen Anforderungen in der Lebens- und Sterbebegleitung und greift u. a. eigene Erfahrungen mit Sterben, Tod und Trauer auf. Wahrnehmung und Achtsamkeit sowie der Umgang mit Nähe und Distanz sind weitere Themen dieser Seminareinheit. Ergänzend gibt eine eintägige Veranstaltung zum Thema Demenz Einblick in die Lebenswelt dementiell veränderter Menschen. Ein Workshop zu Kommunikation und Gesprächsführung ergänzt Ihr Gepäck auf dem Weg in die ehrenamtliche Mitarbeit.

In einer Hospitationsphase sammeln die Teilnehmenden in verschiedenen Einrichtungen Erfahrungen mit Menschen, die einen Unterstützungsbedarf haben.

Danach besteht im Anschluss an ein Orientierungsgespräch die Möglichkeit in die Mitarbeit im Hospizdienst einzusteigen.

Das praxisbegleitende Aufbauseminar umfasst 6 - 8 Themenabende, wie z. B. palliativmedizinische Versorgung, Patientenverfügung, Rituale des Abschieds und Bestattungswesen.                                                                                                  

Informationsbesuche in stationären Hospizen und auf den Palliativstationen der Neusser Krankenhäuser lenken den Blick auf die Situation schwerkranker und sterbende Menschen.

Das Koordinatorinnen-Team sichert individuelle Begleitung und Beratung über den gesamten Seminarzeitraum.

Das nächste Grundseminar beginnt im März 2016, der Informationsabend findet am Dienstag, den 16. Februar 2016, 18.00 Uhr, im Haus der Diakonie, Am Konvent 14, 41460 Neuss,   statt.

Neugierig geworden? Dann rufen Sie uns gerne im Hospizbüro an – wir würden uns freuen, wenn Sie diesen Weg mit uns gehen!

Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst im Diakonischen Werk Neuss e.V.

Tel.: 02131-754574, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ansprechpartnerinnen: Armgard Paulus, Cornelia Steiner

            

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Förderkreis

Wenn Sie nicht selbst mitarbeiten können und dennoch unsere Arbeit unterstützen wollen, werden Sie Mitglied im Förderkreis des Häuslichen Hospizdienstes.

Einen Antrag auf Mitgliedschaft im Förderkreis finden Sie hier.

Vernetzung

Unser Dienst ist eingebunden in ein Netzwerk verschiedener Dienste innerhalb und außerhalb des Diakonischen Werkes.

Wir vermitteln bei Bedarf zu allen Beratungsdiensten unseres Werkes, dem ambulanten Pflegedienst und informieren Sie über die Möglichkeiten, Unterstützung für Sie und Ihre Familie zu erhalten. So verstehen wir unsere Begleitung als Ergänzung zur Präsenz Ihrer Familie, Freunde, Nachbarn.

Als Mitglied im Palliativnetzwerk der Stadt Neuss unterstützen wir - wenn Sie es wünschen - Kontakte zu Hausärzten, Palliativmedizinern, Palliativpflegediensten, Seelsorgern, Beratungsstellen, Betreuungsvereinen, Palliativstationen in den Krankenhäusern, stationären Hospizen.                                                                

Presse

 

Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 19.09.2014

Diakonie bietet mehr Platz für Trauernde

VON BÄRBEL BROER

Es ist die wohl schwerste Zeit, wenn Menschen ihre liebsten Weggefährten verloren haben. Trauer ist individuell verschieden und manche brauchen Hilfe bei der Bewältigung, die ihnen ehrenamtliche Trauerbegleiter vom Ambulanten Hospiz-und Palliativberatungsdienst im Diakonischen Werk Neuss bieten. Für Trauereinzelgespräche stand bislang nur das Hospizbüro in der Innenstadt im Haus der Diakonie zur Verfügung. Da die Nachfrage aber steigt, hat die Diakonie jetzt einen neuen Raum in der Reha-Ambulanz des Diakonischen Werkes im Neusser Norden eingerichtet.

Bislang überließen die beiden Koordinatorinnen, Cornelia Steiner und Armgard Paulus, ihr Büro, um ungestörte Gespräche zu ermöglichen. „Das bedurfte natürlich mehrerer Absprachen zwischen haupt- und ehrenamtlich Tätigen“, so Steiner. Zudem blieb es bei der Büro-Atmosphäre. „Deshalb sind wir froh, jetzt einen hellen, freundlichen Raum zur Begleitung Trauernder anbieten zu können.“ Hier werden die Trauerbegleiter Ruth Voß, Brigitte und Hartmut Fischer künftig mit Betroffenen über deren Verlust sprechen.

„Ich versuche, in diesen Gesprächen zu vermitteln, welche Ressourcen verschüttet sind durch Trauer“, erklärt Hartmut Fischer. „Wenn ich es schaffe, Trauernde aus ihrer Starre zu lösen und deren Selbstbewusstsein wieder zu vitalisieren, dann ist dies das schönste Erfolgserlebnis, das ich bei einer Begleitung habe“, so Fischer, der schon weit über hundert Trauernde begleitet hat.

Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte hat Fischer im Jahr 2006 die „Große Basisqualifikation“ am Bonner Trauerinstitut absolviert. Anderthalb Jahre lang haben sie in Blockseminaren gelernt, mit wertschätzender Haltung prozessorientiert und ressourcenaktivierend mit Trauernden zu arbeiten.

„Ich muss Menschen mögen“, nennt Hartmut Fischer eine der Grundvoraussetzungen für sein ehrenamtliches Engagement. Seelsorgerisch war der Banker im Ruhestand schon immer tätig: Während seiner Berufstätigkeit übernahm er Nachtdienste in der Telefonseelsorge. Seine Frau, die als Pflegefachkraft im stationären Hospiz des Evangelischen Krankenhauses in Düsseldorf gearbeitet hatte, war es, die ihn zu der Ausbildung zum Trauerbegleiter animiert hatte. Gemeinsam leitet das Ehepaar zudem die geschlossenen Trauergesprächskreise, die die Diakonie Neuss ab Februar für Betroffene anbietet, die sich mit anderen Trauernden austauschen möchten. „Hier darf sich jeder trauen zu trauern“, erklärt Brigitte Fischer.

Seit diesem Jahr ist auch Ruth Voß als Trauerbegleiterin tätig. Zuvor war die Mutter von vier erwachsenen Kindern als ehrenamtliche Sterbebegleiterin aktiv. Was Trauer bedeuten kann, hat sie schon früh erfahren müssen. „Ich war neun Jahre alt, als mein Vater starb“, erzählt sie, „und ich habe sehr stark das Leid meiner Mutter erlebt.“

Als sie ihre Fortbildung zur Trauerbegleiterin absolvierte, „kam meine Trauererfahrung nach über 40 Jahren wieder hoch“, sagt sie. Dies sei sehr berührend gewesen, habe sie aber auch soweit gefestigt, die notwendige Distanz zu Trauernden wahren zu können. „Denn ich kann niemandem die Trauer abnehmen, aber ich kann Betroffene begleiten und deren Schmerz mitaushalten“, so Voß.

Distanz zu wahren, aber dennoch empathisch zu sein – eine große Herausforderung für die drei Trauerbegleiter. Brigitte Fischer: „Eine Gratwanderung bleibt es immer.“

 


 

Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 08.06.2013

In Begleitung auf dem letzten Weg

VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 08.06.2013 Neuss (NGZ)

Gisela Grüneck leidet an Krebs. Die Krankheit ist bei der Seniorin im Endstadium. Die 79-Jährige ist dankbar, in dieser schwierigen Situation nicht alleine zu sein. Ihr steht eine sogenannte Sterbebegleiterin zur Seite.

Wenn Gisela Grüneck aus dem Fenster schaut, blickt sie auf wunderschöne, rosa Magnolien. Der Baum streckt seine Äste vor das Fenster im ersten Stock, hin zu der 79-Jährigen, die in diesem Jahr ganz bewusst wahrgenommen hat, wie die Blüten erst aufgingen und nun langsam vergehen.

Gisela Grüneck hat Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ihr in warmen Farben gestaltetes Schlafzimmer, das sie mit vielen Familienfotos verschönert hat, ist zum Krankenzimmer geworden. Aufzustehen fällt der Seniorin schwer, denn der Krebs hat Metastasen gebildet. Für Gisela Grüneck blühen die Magnolien zum letzten Mal. Ihre Krankheit ist im Endstadium.
Das Zimmer von Gisela Grüneck gehört zu einem Haus in der Neusser Nordstadt, das ihre Familie erst im vergangenen Jahr gekauft hat – als noch niemand von der Krebs-Diagnose ahnte.

Zu dritt waren sie damals von Düsseldorf nach Neuss gezogen, Tochter Anja Stockhecke und ihr Lebensgefährte hatten die Mutter überzeugt, ihren Lebensabend auf der anderen Rheinseite zu verbringen und in dem Eigenheim ein eigenes Stockwerk zu beziehen.

Heute erinnern eine Fortuna-Plakette und ein großes Plakat der Gehry-Bauten in der frisch renovierten, stilvoll eingerichteten Küche an die Wurzeln der Familie. Am Tisch sitzt Anja Stockhecke, sie raucht, will eigentlich aufhören – doch daran ist derzeit nicht zu denken. Seit Mutter Gisela im März von ihrer Krebserkrankung erfuhr, hat die Tochter ihr Leben komplett umgekrempelt: Ihr Arbeitgeber stellte sie frei, die 47-Jährige konzentriert sich ganz auf die Pflege ihrer Mutter, hält den Kontakt zu den Ärzten.

Und sie hat für die Familie Hilfe gesucht: Regelmäßig kommt eine Ehrenamtlerin des Häuslichen Hospizdienstes der Diakonie zu Besuch, unterstützt die Tochter, bleibt bei der Mutter. Dieses Ehrenamt ist es auch, das beide Frauen dazu gebracht hat, ihre Geschichte zu erzählen. "Denn wir brauchen mehr Menschen, die so ein großes Herz haben, dass sie Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten", sagt Anja Stockhecke.

Oben im ersten Stock findet Mutter Gisela Kraft zu sprechen. "Die Medikamente hauen mich um", erzählt die 79-Jährige. Sie spricht leise, für mehr fehlt ihr die Energie. Jeden Abend nimmt sie eine Extra-Ration Schmerzmittel – zusätzlich zu dem Morphium, das es den Tag über gegeben wird.

Ihren Humor hat die Seniorin nicht verloren. "Wissen Sie, das fühlt sich an als wär ich betrunken", sagt sie und lächelt. Die Krebspatientin erzählt, dass es ihr heute eigentlich ganz gut geht, schafft es sogar, sich ein wenig aufzusetzen. Ihrer Tochter macht das Mut, "ich lerne, Kleinigkeiten zu schätzen", sagt Anja Stockhecke, die gerade auf der Treppe noch von Fortuna erzählt hat, jetzt am Bett ihrer Mutter aber doch die Tränen nicht zurückhalten kann. Zu schmerzhaft ist es, zu wissen, dass der Verlust unausweichlich ist, "auch wenn ich weiß, dass du immer bei uns sein wirst", sagt sie und hält die Hand ihrer Mutter.
Es ist der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele, der beiden Frauen Kraft gibt. Anja Stockhecke hält an ihrer Mutter fest – auch digital. Auf ihrem Handy hat sie in den vergangenen Wochen viele Fotos gespeichert, von der Mutter, wie sie auf dem Balkon die Sonne genießt oder vom letzten gemeinsamen Ausflug.

Gisela Grüneck hatte sich gewünscht, ein Wochenende in einem Wellness-Hotel in der Eifel zu verbringen. Das Bild zeigt Gisela Grüneck und ihre beiden Kinder – sie hat noch eine zweite Tochter, die in Solingen lebt – wie sie entspannt auf der Hotelterasse sitzen. Anja Stockhecke weiß, dass ihr bald nur noch diese Erinnerungen bleiben werden. Leicht ist es nicht, damit umzugehen. Hinzu kommt die große Verantwortung, die Mutter gut zu versorgen, die Angst, sie alleinzulassen.
Über diese Gefühle kann sie mit den Ehrenamtlern des Häuslichen Hospizdienstes sprechen. Die Mitarbeiterin, die dreimal pro Woche vorbeikommt, ist gerade im Urlaub, dafür ist heute Armgard Paulus zu Besuch. Sie arbeitet als Koordinatorin des Häuslichen Hospizdienstes im Diakonischen Werk, ist dort mit ihrer Kollegin Cornelia Steiner unter anderem dafür zuständig, die Kontakte zwischen den Ehrenamtlern und den Betroffenen herzustellen. Außerdem betreut sie die Vorbereitungskurse, die jeder durchlaufen muss, der sich für die Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen engagieren möchte.
Paulus hat selbst viele Jahre dieses Ehrenamt ausgeübt. Wer sie im Umgang mit Gisela Grüneck beobachtet, merkt ihr diese Erfahrung an. Die 52-Jährige findet die richtigen Worte für Mutter und Tochter, ist tröstend, ohne mitleidig zu sein. "Es gibt einen Unterschied zwischen Mitfühlen und Mitleiden", sagt Paulus. Denn das Mitleid reduziere den Sterbenden nur noch auf seine Krankheit, und es schade auch dem Ehrenamtler, der sich von dem Schmerz nicht mehr distanzieren kann.

"Wichtig ist, den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren, in ihm mehr zu sehen als die Krankheit, die ihn gezeichnet hat", erzählt Paulus, während sie am Bett von Gisela Grüneck sitzt. Bei der 79-Jährigen fällt dem Besucher das leicht. Auch wenn die Kräfte sie verlassen, lächelt die Seniorin viel, lässt es sich nicht nehmen, alle liebevoll zu ermahnen, sich nicht allzu luftig anzuziehen, nur weil einen Tag lang mal die Sonne herausgekommen ist. Und sie gibt auch zu, wenn ihr alles zu viel wird, sie "lieber mal wieder die Augen zumachen will".

Auch dafür müssen Begleiter sensibel sein, genau wie für die Themen, die bei den Treffen angesprochen werden. Natürlich könne der Tod ein Thema sein, "wichtig ist es vor allem, zuzuhören", sagt Paulus. Oft möchten die Betroffenen noch einmal ihr Leben Revue passieren lassen, sich an die schönen Momente erinnern, noch einmal Glück empfinden. "Das gemeinsam zuzulassen, gibt dem Ehrenamtler auch viel zurück", meint Paulus, die mit Stockhecke in die Küche zurückkehrt, wo beide von drei Hunden begrüßt werden – die zwei wuscheligen Australian Shepherds und der kleine Terrier sind Stockheckes großes Hobby, ihr Ausgleich zum kräftezehrenden Alltag. "Für mich ist es eine wahnsinnige Entlastung, dass ich mal eine halbe Stunde mit ihnen rausgehen kann, wenn meine Mutter Besuch vom Hospizdienst hat", erzählt sie. Es sind kleine Freiräume, die ihr so geschaffen werden, Momente, die Kraft geben für die zeitintensive Pflege, die sie zwar an Grenzen bringt, sie aber nicht entmutigt.

"Meine Mutter ist mein Leben lang für mich da gewesen. Jetzt will ich ihr den Wunsch erfüllen, zu Hause und in Frieden einschlafen zu können." Hinter Stockhecke, vor dem Küchenfenster, steht der Magnolienbaum. Die meisten Blüten sind vergangen, Blätter liegen auf dem Rasen. Wenn die Magnolie im nächsten Jahr wieder zu blühen beginnt, wird Anja Stockecke an ihre Mutter denken. Und daran, dass das Leben immer neu erwacht, und die Seele weiterlebt.

Quelle: NGZ

 

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Parkmöglichkeiten: Parkhaus Kaufhof und Parkhaus Meererhof, Anfahrt jeweils über Spulgasse



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